Russisches Radar 59N6-TE zur Ortung von Hyperschall-Zielen steht zum Export

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Ob das vom russischen Staatschef Wladimir Putin an US-Kollege Donald Trump im letzten Jahr geäußerte Angebot, von Russland Hyperschallwaffen zu erwerben, jemals von ihm oder einem Nachfolger angenommen wird, ist stark zu bezweifeln – ebenso die Ernsthaftigkeit dieses Angebotes. Aber dass Russland neben Hyperschallwaffen auch mobile Radaranlagen zu deren Ortung baut und diese auch auf dem Markt anbietet, ist hingegen eine Tatsache: Die mobile Radaranlage 59N6-TE stehe internationalen Kunden zum Kauf bereit, gab Rosoboronexport, Tochter des Staatskonzerns Rostech, am 21. Mai 2020 bekannt. Der Generaldirektor von Rosoboronexport, Alexander Michejew, erklärte:

Heute bringt Rosoboronexport die neueste Funkortungsanlage auf den Markt. Sie ist fähig, ein breites Klassenspektrum an Flugobjekten heutiger und zukünftiger Generationen effektiv zu orten – darunter Hyperschall-Ziele. Bei der Entwicklung der Exportversion wurde die wachsende Bedeutung der Flugabwehr für die Sicherheit der Länder berücksichtigt – sowie die Bedürfnisse ausländischer Kunden, die Aufklärungskapazitäten ihrer Flugabwehrverbände und Einheiten zu erhöhen.

Die Radaranlage 59N6-TE arbeitet mit Radiowellen im Dezimeterbereich. Sie ortet Ziele, die in einer Höhe von bis zu 200 Kilometer, Entfernung von bis zu 450 Kilometer und mit einer Geschwindigkeit bis zu 8.000 Kilometern pro Stunde unterwegs sind. Nach der Ortung werden die Radardaten an Automatisierungs- und Rechenzentralen der Einheit oder des Verbandes geleitet. “Mindestens 1.000 Objekte können gleichzeitig begleitet und Ziele von acht Klassen können erkannt werden”, betonte Rosoboronexport.

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Neben Hyperschallobjekten gehören dazu natürlich auch aerodynamische Flugziele und ballistische Ziele wie Sprengköpfe ballistischer Raketen. Dabei werden Anti-Radar-Lenkflugkörper als separate Zielobjektklasse erkannt und die Bedienung vor ankommenden Flugkörpern dieser Art und ebenso vor anderen Lenkwaffen gewarnt: So kann die Entscheidung getroffen werden, die Stellung zu verlassen oder die ankommenden Lenkwaffen mithilfe der von der Radaranlage gespeisten Flugabwehrwaffen abfangen zu lassen. 59N6-TE ist in der Lage, auch in Bedingungen intensiver elektronischer Kampfführung zu operieren; Störsignalquellen werden zuverlässig angepeilt. Luftfahrzeug-Transpondercodes nach den Standards Mk XA und ATCRBS werden ebenfalls erkannt, zitiert TASS.

59N6-TE ist eine rein russische Entwicklung und wird ausschließlich auf Grundlage russischer Komponenten gebaut. Das Radarsignal wird digital geformt und analysiert.

Michejew zufolge rechnet Rosoboronexport mit “hoher Nachfrage nach der neuen Radaranlage auf den Märkten des asiatisch-pazifischen Raums, in Nahost und Nordafrika”.

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Weiterlesen: RT Deutsch



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