Coronavirus: Verschwörungstheorien oder doch etwas dran? (Teil 1)

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Zurzeit werden in den sozialen Medien, auf der Plattform Youtube, sowie in alternativen Medien immer mehr Stimmen laut, die die Lage bei der aktuellen Coronavirus Pandemie kritisch sehen.

Mainstream Medien tun diese als Verschwörungstheorien oder Fake News ab.

Dabei sind sind die Stimmen die immer lauter werden keinesfalls Stimmen von Menschen die keine Ahnung von dem haben was sie kund tun, sondern es sind Stimmen angesehener Wissenschaftler vom Fach.

Je nach dem wo die Behauptungen dieser Wissenschaftler auseinander genommen werden, werden sie als Menschen dargestellt, die keine Ahnung haben, oder es werden nur die Teile ihres Werdeganges angegeben, die nicht so interessant sind.

So nennen die meisten Medien z.B. Dr. Wolfgang Wodarg einen “ehemaligen Amtsarzt in Flensburg und ehemaligen Bundestagsabgeordneten”.

Doch:

Dr. med. Wolfgang Wodarg,  ist Internist, Pneumologe, Sozialmediziner, Arzt für Hygiene und Umweltmedizin und war langjähriger Leiter eines Gesundheitsamtes.

 

Von 1994 bis 2009 war er Bundestagsabgeordneter für die SPD im Bundestag  und dort Initiator und Sprecher der Enquetekommission Ethik und Recht der modernen Medizin. Er war auch stellvertretender Fraktionsvorsitzender in der Parlamentarischen Versammlung des Europarates und Vorsitzender des dortigen Unterausschuss für Gesundheit.
Jetzt arbeitet er als Hochschullehrer in Berlin und Flensburg sowie ehrenamtlich unter anderem als Vorstandsmitglied bei Transparency International Deutschland.

Seinen kompletten Werdegang kann man hier einsehen.

Also, er ist auf jeden Fall, speziell als Lungenfacharzt, dem Gebiet nicht fremd.

Eines der Videos wegen dem er als Verbreiter von Fake News abgetan wird, ist z.B. dieses (Im Gespräch mit Eva Hermann):

 

Es gibt aber immer mehr Wissenschaftler, die in die gleiche Kerbe schlagen, wie z.B. in diesem Video von Immuntoxikologe Prof. Dr. Stefan Hockertz im Gesräch mit Radio RS2 in Berlin:

 

Oder Dr. Bodo Schiffmann von der Schwindelambulanz Sinsheim.

 

Schauen wir, ob man die Zahlen und Behauptungen aus diesen Videos belegen kann.

 

 1. Es gibt nicht mehr Fälle von Atemwegserkrankungen als in den Jahren davor.

Die Zahlen des Robert Koch Instituts (RKI) sprechen da eine klare Sprache. Hier eine Grafik mit allen Atemwegserkrankungen in Deutschland seit 2016 (Stand KW12 2020):

 

Wochenstatistik Atemwegserkrankungen des RKI

Wie man deutlich sehen kann, liegen die Fälle von Atemwegserkrankungen durchaus im normalen Rahmen.

 

2. COVID-19 ist nicht gefährlicher als eine Grippe

Dazu hier eine Grafik euromomo, eine Webseite die jede Woche in Zusammenarbeit mit Staatlichen Behörden (in Deutschland das RKI), das “European mortality bulletin” veröffentlicht, eine Statistik mit allen Todesfällen in Europa.

Sterbefälle in Europa (gesamt)

Auch hier bewegen wir uns durchaus im üblichen Rahmen. Allerdings hat euromomo berichtet, dass die Mortalitätsrate in Italien bei über 60 jährigen zurzeit erhöht ist.

Und noch eine Grafik des RKI über schwere Fälle von Atemwegserkrankungen, also von Menschen die ins Krankenhaus eingeliefert wurden:

Schwere Verläufe von Atemwegserkrankungen bis KW12 2020

Auch hier sieht man nichts von einer außergewöhnlich starken Pandemie.

 

3. Die Krankenhäuser in Frankreich, Spanien und Italien haben immer diese Schwierigkeiten, nur redet niemand drüber.

Dazu ein Zitat aus der FAZ zu der Grippewelle 2016/2017:

Gesundheitsministerin Marisol Touraine gestand ein, dass 142 der 850 öffentlichen Krankenhäuser ihre Kapazitätsgrenze erreicht hätten. Die Lage sei angespannt. Insbesondere ältere Menschen seien trotz Grippeimpfung gefährdet.

 

„Die Ministerin sollte einsehen, dass wir unser Gesundheitssystem kaputt reformiert haben, so dass wir nicht mehr in der Lage sind, eine banale Grippeepidemie zu überstehen“, sagte Christophe Prudhomme, der Sprecher der Notarztvereinigung. „Wir haben zugelassen, dass so viel eingespart wurde, dass nun das Personal mit einer normalen Grippewelle überfordert ist.“

So schreibt die Tageszeitung Neues-Deutschland am 16.01.2017:

Dort wiederum sind die Notaufnahmestationen rettungslos überfordert. »Es kracht im Gebälk«, schildert Doktor Christophe Prudhomme von der CGT-Gewerkschaft Gesundheit die Lage. »Schwer kranke Patienten, bei denen die Ärzte eine stationäre Aufnahme für dringend nötig halten, verbringen nicht selten mehr als 24 Stunden auf einer Trage auf dem Korridor und müssen warten, bis ein Bett für sie frei wird.«

Nicht einmal Großbritannien konnte damals die Patienten normal versorgen (Zitat Euronews):

Das geht so weit, dass das Rote Kreuz vor einer “humanitären Krise” warnte, eine Wortwahl, die sonst eher aus Katastrophen- und Kriegsgebieten bekannt ist. Einem Bericht des Guardian zufolge haben 20 britische Kliniken wegen Überfüllung Alarm geschlagen. Demnach wurden Operationen abgesagt und Erwachsene auf Kinderstationen behandelt.

Man kann hier also durchaus parallelen zur derzeitigen Situation sehen.

 

4. Es gibt viele falsch-positive Testergebnisse.

Es war hier ein wenig schwieriger gute Quellen zu finden. Es gibt viele Quellen, die die Zuverlässigkeit der Tests anzweifeln, aber fast alle sprechen nur von der Unzuverlässigkeit.

Doch hier ein Zitat des NDR:

Auch falsch positive Ergebnisse lassen sich bei diesen Antikörper-Tests nicht mit Sicherheit ausschließen. Das heißt: Der Test zeigt eine fortgeschrittene oder überstandene Infektion mit dem neuartigen Coronavirus an, obwohl der Proband gar nicht infiziert ist oder war. Denn bei Antikörpertests kann sogenannte Kreuzreaktion auftreten. Das bedeutet, dass wegen einer früheren Infektion mit einem harmlosen Coronavirus Antikörper im Blut vorhanden sind, die der Test nicht sicher von Antikörpern gegen Sars-CoV-2 unterscheiden kann.

 

Bei einer Studie die im renommierten US National Library of Medicine veröffentlicht wurde jedoch folgendes festgestellt:

…betrug der positive Vorhersagewert des aktiven Screenings nur 19,67%, im Gegensatz dazu betrug die falsch-positive Rate der positiven Ergebnisse 80,33%. Die Ergebnisse der multivariaten-probabilistischen Sensitivitätsanalyse stützten die Ergebnisse des Basisfalls mit einer Wahrscheinlichkeit von 75% für die falsch-positive Rate positiver Ergebnisse über 47%.

Also scheint auch hier ein wenig Wahrheit bei den Aussagen der Verschwörungstheoretiker im Spiel zu sein.

 

Weiter geht es in den nächsten Tagen mit Teil 2. Dort geht es dann weiter um die Behauptungen in den Videos, aber auch um die Zuverlässigkeit der Zahlen und Statistiken.

 

Teil 2 finden sie hier.

 

 



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