Corona: Was die bessere Strategie gewesen wäre – und warum wir uns den drastischen Maßnahmen beugen sollten

Artikel Teilen

Ich gebe dir Recht, es ist nicht sicher, ob die aktuelle Strategie des totalen Lockdowns die Richtige ist; 1.) sind die volkswirtschaftlichen Schäden vielleicht höher als die durch Covid-19; und 2.) kann es jederzeit wieder ausbrechen, sobald die Maßnahmen gelockert werden. Viel besser wäre es gewesen, frühzeitig Einreisesperren zu verhängen, Tests durchzuführen, Kapazitäten auszubauen, Schutzkleidung zu besorgen und moderate Isolierungsmaßnahmen einzuleiten. Das alles hat die Bundesregierung auf sträfliche Weise verschlafen. Deshalb muss jetzt mehr oder weniger überreagiert werden.

Die Engländer haben ja bisher die Strategie der moderaten Durchseuchung gefahren, d.h. Alte und Schwache isolieren und alle anderen sollten ihrem gewohnten Gang gehen, um eine schnelle Durchseuchung und eine „Herdenimmunität“ zu erreichen; das ist nicht unvernünftig, denn früher oder später werden wir es alle kriegen müssen; nachdem man jetzt aber die Fallzahlen aus Italien gesehen hat, und eine Überforderung des eh schon überlasteten National Health Service befürchten muss, wird ganz schnell umgeschwenkt – siehe hier.

Am besten hat es vermutlich Südkorea gemacht, mit eine Mischung aus Isolation der Risikogruppen und massiven Tests. 295000 Tests wurden in Korea schon durchgeführt. Ich denke, dieses Modell wird sich mittelfristig durchsetzen, denn man kann ganz einfach nicht die komplette Weltwirtschaft zerstören um „ein paar tausend Alte und Kranke“ zu retten.

Trotzdem haben wir es jetzt bis ungefähr Ostern mit einem exponentiellen Anstieg der Infektionen in D zu tun. In München waren zuerst alle Corona-Patienten im Schwabinger Krankenhaus isoliert, nachdem der erste Corona-Fall in ganz Europa dort behandelt wurde. Dann war Schwabing voll und die Patienten wurden auf andere Krankenhäuser verteilt. Im dem Krankenhaus, wo meine Frau arbeitet, wurde eine Quarantänestation neben der Notaufnahme geschaffen. Die ist nun auch voll. Die Patienten kommen nun auf andere Stationen, die auch zu Quarantänestationen umfunktioniert werden müssen. Die Station wo meine Frau arbeitet, ist eine Akutgeratrie, mit sehr vielen altersschwachen, daher akut gefährdeten Nicht-Corona-Patienten.

Da sollten am besten gar keine Coronapatienten sein, doch jetzt kam dort ein Patient rein, der negativ getestet wurde, aber einige Stunden später rief das Labor an, um zu sagen, dass es ein Fehler sei, der Mann sei doch SARS-Covid-2 positiv. In der Zwischenzeit waren schon alle Schwestern ohne Schutzkleidung bei ihm gewesen und er hat seinen Bettnachbarn angesteckt. Es ist einfach hochvirulent. Meine Frau geht davon aus, dass sie es kriegt, dann werde ich es kriegen, und unsere Zwillinge, die wir wg. Seuchenschutz extra aus Kalifornien heimholen, werden es vermutlich auch kriegen. Und immer ist noch nicht genug Schutzkleidung da.

Ich habe keine Lust krank zu werden und das Leben meiner Familie zu riskieren, Jörg. Ich kreide das der Merkel-Regierung und dem unfähigen Gesundheitsminister an, denn meine Frau ist „nur“ Krankenschwester und hat das alles schon im Januar kommen sehen.
„Warum tut denn niemand was?“ hat sie immer wieder gesagt. Deshalb habe ich auch keine Geduld mit Coronaleugnern und will dieses Thema auch nicht weiter diskutieren. Wenn Herr Dr. Wodarg einen Beitrag leisten will, soll er sich eine Maske besorgen und in der Klinik arbeiten gehen. In zwei bis drei Wochen wird jeder Mann gebraucht werden, sofern kein Wunder geschieht. Ich hoffe nur, dass wir alle nach Ostern noch am Leben sind.
Gott sei mit uns.

Collin McMahon | WhatsApp | 21. März 2020

Der Artikel erschien zuerst bei:: 1984 – Das Magazin



Ihnen hat der Artikel gefallen? Helfen Sie uns mit einer kleinen Spende

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.