Die Lesbos-Lüge: SPIEGEL, STERN, ZEIT u.v.a.m. erfinden AfD-Politiker, der mit mir von „Linken“ gejagt wurde

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Da wir uns auf die Berichterstattung der „Premiumpresse“ nicht mehr verlassen können, habe ich mich am letzten Donnerstag mit meinem Kameramann Stefan Bauer und einem AfD-Politiker …, nee, Moment, nicht mit einem AfD-Politiker, sondern mit einem deutsch/griechischen Dolmetscher für den Deutschland Kurier auf den Weg nach Griechenland gemacht. In Athen sprachen wir mit Bürgern (Videos folgen), auf der Insel Chios mit Inselbewohnerinnen (Videos folgen) und besuchten ein Flüchtlingslager (siehe Video oben).
Am Freitag fuhren wir mit der Fähre weiter nach Lesbos. Nach einer kleinen und – ganz wichtig – selbstverschuldeten Auseinandersetzung mit der Hafenpolizei (Video folgt), bei der Kollege Bauer zwei Zähne verlor, erklärten wir den Jungs, dass wir zu den Guten gehören, auf ihrer Seite stehen würden. Nach einer Weile vertrauten sie uns und klagten über die Mainstream-Presse, die deutsche vor allem, die sie als „Unmenschen“ darstellen und sie damit in große Gefahr bringen würde. Schließlich gibt es auch in Griechenland einen Haufen gewaltbereite Linksfaschisten.

Am nächsten Tag sollte es angeblich eine Demonstration von Inselbewohnern gegen die untragbaren Zustände auf der Insel mit den über 20 000 illegalen Einwanderern geben. Was dann passierte habe ich für meinen Telegram-Kanal in einem Gedächtnisprotokoll zusammengefasst, das ich auf der Polizeiwache von Mytilini schrieb:

Lesbos: Wir wollten eben auf eine Patriotendemo. Die war wohl schon vorbei. Plötzlich befanden wir uns mitten in einer Demo gegen Rechts.

Es dauerte etwa 30 Sekunden, bis mich ein Antifa-Anhänger erkannte.

Der gab Zeichen an seine Kollegen und ich sagte zu Stefan und Robby eindringlich: Rückzug!

Die erkannten die Gefahr nicht. Stefan noch so: Lass mich doch noch ein bisschen filmen.

Ich: Alter!

Tja.

Auf der anderen Straßenseite standen zwei Polizisten, die wir noch von gestern kannten.

Wir also hin.

Ich: Okay, Stefan, hier können wir filmen. Ich laberte in die Kamera und dann passierte etwas Unglaubliches …

Obwohl inzwischen sogar drei Polizisten direkt neben uns standen, kamen etwa 20 Antifa-Anhänger und kesselten uns halb ein. 

Vermummten sich.

Eine Zombie-Apokalypse! 

Und dann setzten sich zwei der Polizisten auch noch auf ihre Roller und fuhren weg!

Ich zum letzten Polizisten, der bereits auf seinem Roller saß: Du kannst jetzt nicht wegfahren! 

Doch der antworte nicht.

Was ich nicht mitbekommen hatte: Der gute Mann hatte bereits Verstärkung angefordert. 

Stefan filmte die ganze Zeit weiter, heldenhaft. Selbst als ihn ein Linksfaschist anrempelte – direkt neben dem Polizisten wohlgemerkt – filmte er weiter.

Die Verstärkung traf ein. Drei bis vier Polizisten in Zivil. Doch selbst von denen ließ sich die Antifa nicht sonderlich beeindrucken. Ein Zivilpolizist musste die Jungs immer wieder ermahnen zurückzuweichen.

Die Linksfaschisten versuchten die Polizei in einer Tour gegen uns aufzubringen, sagten: Wir wären Faschisten aus Deutschland.

Was wir der Polizei gegenüber selbstverständlich abstritten. 

Erst als drei bis an die Zähne bewaffnete Polizisten einer Spezialeinheit auftauchten, verpissten sich die Linksfaschisten.

Puh! 

Da hamwa nochmal Glück gehabt! 

Die Polizei fuhr uns aus dem Gefahrengebiet. 

Im Moment sitzen wir auf einer Wache.

Nach etwa vier Stunden mit ganz reizenden Gesprächen mit der weltanschaulich gefestigten Polizei konnten wir die Wache verlassen und gingen zum Hafen. Leider kamen wir zu spät, der Chef der Hafenpolizei, der uns ein Interview zugesagt hatte, war bereits weg. Wir filmten ein Kriegsschiff, das die Illegalen dorthin bringen wird, wo sie hingehören – in die Abschiebung (Video folgt).
Ein Polizist schilderte uns seinen Frust: Über Migranten, die Frauen belästigen, Schlägereien anzetteln, Ziegen stehlen und schlachten, den Bauern die Ernte klauen, aus 500 Jahre alten Bäumen Brennholz machen und so weiter und so fort.
Anstatt des Chefs der Hafenpolizei bot man uns an, mit dem Chef der Gewerkschaft zu sprechen. Als der nach zwei Stunden immer noch nicht da war, fragten wir nach: „Der kommt heut nicht mehr, eine NGO-Unterkunft wurde abgefackelt, er ist dort.“

Wir direkt hin. Und wieder erkannten sie mich sofort, nicht die „Antifa“, die war noch nicht da, aber die NGO-Mitarbeiter. Gesprächspartner wurden weggerissen, wie wir es aus Deutschland in ähnlichen Situationen kennen, die „Antifa“ wurde übers Telefon informiert. Mir reichte es. Ich sprach ein paar Sätze in die Kamera, etwa 30 Sekunden, dann sprangen wir in ein Taxi.
Ich habe dort mit keinem – und das ist wichtig für das, was später behauptet werden wird – einzigen Journalisten gesprochen. Kameramann Bauer auch nicht.

Noch am Hafen hatten uns drei Jungs eines griechischen Privatsenders erzählt: „Die Antifa ist hier völlig geisteskrank, die haben selbst uns gejagt, wir meiden die Stadt.“ Weil mir die Lage zu bedrohlich wurde, die „Antifa“ hatte ja bereits mehrere Journalisten und Aktivisten verprügelt, nahm ich am nächsten Morgen, also heute, eine Propellermaschine zurück nach Athen.

Dort wartete ich auf meinen Weiterflug, als mir ein Kumpel folgenden Artikel aus dem STERN schickte.

Flüchtlingskrise Lesbos: AfD-Politiker gerät bei Demo mit Linken aneinander

Die Krise an der EU-Außengrenze zieht Rechte und Rechtsextreme aus Deutschland an. Ein AfD-Politiker berichtet nun, er sei auf Lesbos von antifaschistischen Demonstranten «eingekesselt» worden.

Oliver Kirchner, Fraktionsvorsitzender der AfD im Landtag von Sachsen-Anhalt, und der rechte Blogger Oliver Flesch sind auf der griechischen Insel Lesbos mit linken Demonstranten aneinandergeraten.

Gemeinsam mit einem weiteren Mann hätten sie am Samstag bei einer antifaschistischen Demonstration in der Inselhauptstadt agitiert, wie die Inselzeitung «Sto Nisi» berichtet. Daraufhin hätten Demonstranten sie gejagt; die Polizei habe eingegriffen. Flesch schreibt dazu auf seinem Facebook-Account: «Wir wurden von etwa 20 bis 25 Antifa-Anhängern eingekesselt.» Er bedankte sich bei der griechischen Polizei, «die uns da rausgeholt hat».

Am Abend hatte sich die Gruppe dem Bericht zufolge beim Brand eines Gemeinschaftszentrums für Flüchtlinge eingefunden. Ein Großteil der Anlage der Schweizer Organisation «One Happy Family» war aus bisher unbekannter Ursache niedergebrannt. Kirchner und Flesch sollen dort Journalisten über «Fake News» informiert und erklärt haben, die Gebäude seien niedergebrannt, weil sie einer Hilfsorganisation gehörten, die illegale Einwanderer aus der Türkei ins Land brächte. Das hätten ihre «privaten journalistischen Untersuchungen» ergeben.

Ist ja in sonderbarer Zufall, dass der Kirchner, den ich vorher nicht kannte, exakt das Gleiche erlebte wie ich. Mal googeln. Oha! Unzählige Mainstreamblätter hatten den DPA-Artikel ungeprüft übernommen. Ich schaute auf Oliver Kirchners Facebook-Seite. Nichts über Lesbos.
Warte mal, Kirchner hat eine Glatze, Kameramann Bauer ebenfalls – sollte das für die DEUTSCHE PRESSEAGENTUR bereits ausreichen, um aus Bauer Kirchner zu machen?
Nicht wirklich, oder? Ich schrieb Herrn Kirchner, seine Antwort: „Ich war in meinem ganzen Leben noch nicht in Griechenland!“
HA!
Ich nutze das Wort sonst nicht, aber darf ich? Nur dieses eine Mal? Ja? Gut!
L Ü G E N P R E S S E !

Den Vogel schoss die taz ab. Das kommunistische Schmierblatt verließ sich nicht nur auf den dpa-Artikel, es dichtete selbst:

Der Besuch auf Lesbos war dann doch nicht so erfreulich, wie AfD-Politiker Oliver Kirchner ihn sich vorgestellt hatte. Der AfD-Fraktionschef in Sachsen-Anhalt hatte mit dem rechten Blogger Oliver Flesch auf einer antifaschistischen Demo in der Inselhauptstadt „agitiert“ und wurde daraufhin von Antifaschist*innen eingekesselt.
Retterin in der Not: die griechische Polizei. Voller Dankbarkeit zeigt sich der AfD-Politiker für seine Befreiung aus den Fängen der Antifa.

Und die Sache mit Oliver Kirchner war längst nicht die einzige Lüge. Der komplette Artikel ist erstunken und erlogen!
Dieser Absatz hier zum Beispiel:

Kirchner und Flesch sollen dort Journalisten über «Fake News» informiert und erklärt haben, die Gebäude seien niedergebrannt, weil sie einer Hilfsorganisation gehörten, die illegale Einwanderer aus der Türkei ins Land brächte. Das hätten ihre «privaten journalistischen Untersuchungen» ergeben.

Frei erfunden. Nochmal: Weder Bauer noch ich haben vor der Schlepper-Unterkunft auch nur ein Wort mit einem Journalisten gewechselt. Wozu auch?
Aber gut, was will man erwarten – von der Lügenpresse?!
Ups. Jetzt habe ich es schon wieder gesagt. Man möge es mir heute verzeihen.

Der Artikel erschien zuerst bei:: 1984 – Das Magazin



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