BILD verbreitet ungeprüft Anti-Griechenland-Propaganda

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Schlimme Szenen an der EU-Außengrenze!

Am Freitagmittag überquerten etwa 30 junge Männer den Grenzfluss Evros in Richtung Türkei. Fast nackt, meist nur mit Unterhosen bekleidet, wateten sie ans türkische Ufer, wärmten sich danach an eilig entfachten Lagerfeuern.

Was sie den türkischen Reportern vom Staatssender TRT berichteten, klingt ungeheuerlich: Griechische Beamte hätten sie nach ihrer illegalen Einreise in die EU in den grenznahen Wäldern angehalten und zusammengeschlagen.

BILD

Und es wird noch besser: „Unwahrscheinlich, dass es sich bei der Geschichte um pure Türkei-Propaganda handelt“, schreibt BILD doch allen Ernstes.
Logisch! Türkei-Propaganda, das wäre ja auch etwas völlig Neues.

Zwei angebliches Opfer werden zitiert: „Sehen Sie ihn sich an“, sagte ein Flüchtling und zeigte auf den geschundenen Rücken eines Freundes. „Sie haben ihn verprügelt, weil er ein Telefon dabeihatte. Sie haben ihm die Knochen gebrochen.“

Moment mal, Telefon? Da war doch mal was, gerade erst vorgestern:

Da rieben sich einige ZDF-Zuschauer verwundert die Augen! In der Nachrichtensendung „heute” zeigte der Sender am Dienstag einen Bericht über zwei Flüchtlinge, die an der griechischen Grenze schlecht behandelt wurden, wie sie den Reportern sagen. Die Bilder zum Interview erzählen aber etwas ganz anderes.

„Sie haben uns die Handys abgenommen”
Die Schilderungen von Flüchtling Kazim klingen zunächst glaubhaft. „Wir sind zwei Mal nach Griechenland rüber, aber wir wurden zurückgeschickt”, berichtet er. „Sie haben uns alles abgenommen. Das Handy, das Geld, sie haben uns beschimpft und uns zurückgeschickt.” Mit „wir”, das ist eindeutig, meint er sich und seinen Freund, der direkt neben ihm im Bild sitzt und betroffen in die Kamera schaut. Doch dann…

Und dann taucht ein Handy im Bild auf
Als Kazim die angeblich abgenommenen Handys erwähnt, sieht der aufmerksame Beobachter allerdings, dass sein Begleiter sein Handy, dass er zuvor hinter seinen Handflächen verborgen hatte, möglichst unauffällig in der Hosentasche verschwinden lässt. Was er nicht weiß: Er sitzt voll im Bild – und das Manöver ist ziemlich offensichtlich.

Nordkurier

Tja.

Ach, und die angeblichen griechischen Neonationalsozialisten, die sich zu Bürgerwehren zusammengeschlossen haben, sind nach meinem Kenntnisstand ganz normale griechische Bürger, die einfach nur ihre Heimat schützen wollen.

Der Artikel erschien zuerst bei:: 1984 – Das Magazin



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