Künstlerin Neshat hat Angst vor der Zukunft

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Angesichts des Konflikts zwischen den USA und dem Iran fühlt sich die in New York lebende iranische Shirin Neshat nicht mehr willkommen.

Berlin (dpa) l “Ich habe oft gesagt, dass ich mich in diesem Land noch nie als Fremde empfunden habe. Das hat sich geändert. Jetzt habe ich zum ersten Mal Angst vor der Zukunft”,  sagte sie in einem Interview des “Spiegel”.

Sie lebe im Exil und könne nicht in den Iran zurück. “Früher haben meine Freunde und ich Witze darüber gemacht, was wir tun, wenn wir nicht mehr in Amerika leben dürfen. Jetzt spüren wir bei jeder Einreise die Angst, dass aus diesen Scherzen allmählich Ernst wird.”

Die von US-Präsident Donald Trump angeordnete gezielte Tötung des iranischen Top-Generals Ghassem Soleimani habe die iranische Regierung ungeheuer gestärkt, sagte Neshat. “Die Verlierer sind die Menschen in Iran, deren zarte Hoffnungen auf eine Demokratisierung des Landes zerschlagen wurden, nicht zum ersten Mal.” Mit der Tötung von Soleimani habe Trump einen Märtyrer geschaffen.

Neshat wurde 1957 im Iran geboren und studierte in den USA. Aufsehen erregte sie in den 90er Jahren mit der Fotoserie “Women of Allah”, in der sie bewaffnete islamische Frauen im Tschador zeigte. 2009 erhielt sie für ihren Spielfilm “Women Without Men” den Regiepreis der Filmfestspiele von Venedig. 2017 inszenierte sie die Verdi-Oper “Aida” bei den Salzburger Festspielen, 2019 wurde sie mit der Goethe-Medaille geehrt. Zurzeit arbeitet sie nach eigenen Worten an einem neuen Spielfilm, der von ihrer Rolle als iranische Einwanderin in den USA handelt.

Der Artikel erschien zuerst bei:: Volksstimme



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