Preise, Züge, Takte – was sich ändert

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Mitte Dezember steht der Fahrplanwechsel an – Pendler und Fahrgäste müssen sich auf neue Abfahrtszeiten und neue Verbindungen einstellen.

Halle / Erfurt/ Leipzig (dpa) l Am morgigen Sonntag wechselt der Fahrplan bei Bus und Bahn und bringt zahlreiche Änderungen für Sachsen-Anhalt mit sich. Neben mehr Fernverbindungen und einem neuen Bahn-Anbieter vergrößert sich der Mitteldeutsche Verkehrsverbund. Manche Behinderung bleibt länger bestehen als geplant. Ein Überblick:

Die grünen Busse des Anbieters Flixbus sind schon seit Jahren auch in Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen präsent, jetzt kommt sein Angebot auf der Schiene dazu. Erstmals hält der Bahnkonkurrent per Zug in den drei Ländern, wie das Unternehmen mitteilte. So gibt es täglich am Vormittag eine Fahrt von Erfurt über Halle nach Berlin beziehungsweise Stuttgart sowie in die Gegenrichtung.

Laut Deutscher Bahn steigt die Zahl der Fahrgäste auf der Prestigetrasse weiter. Im Jahr 2018 hätten fünf Millionen Passagiere die Strecke Erfurt-Nürnberg genutzt. Wegen zusätzlicher Kapazitäten sei im ersten Vierteljahr 2019 ein weiteres Plus von 10 Prozent verzeichnet worden. Jetzt baut die Bahn ihr ICE-Angebot weiter aus: Die Strecke Berlin-München wird mit sieben zusätzlichen Fahrten über Erfurt und Halle bestückt.

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Mit dem Fahrplanwechsel startet eine neue Intercity-Linie, die Dresden mit Berlin und Rostock verbindet. Zunächst seien zehn Fahrten geplant, teilte die Bahn mit. Ab März sollen die Züge im Zweistundentakt verkehren. Damit werde das bestehende Angebot dauerhaft verdoppelt, hieß es. Auch von Leipzig, Halle, Magdeburg und Stendal wird die Anbindung an die Ostsee ausgebaut: Der IC Warnow fahre künftig ganzjährig am Samstag noch Rostock und am Sonntag von dort zurück. Ostthüringen wird laut Thüringer Infrastrukturministerium über eine Direktverbindung aus dem Vogtland nach Gera mit IC-Anschluss nach Erfurt und ins Ruhrgebiet besser an den Fernverkehr angebunden.

Im Regionalverkehr wird unter anderem die Verbindung zwischen Leipzig, Dessau-Roßlau und Magdeburg gestärkt, wie Sachsen-Anhalts Nahverkehrsgesellschaft Nasa mitteilte. Statt im Zwei-Stundentakt verbindet die Regionalexpress-Linie RE13 künftig stündlich die Städte miteinander. In Ostsachsen setzt der Bahnanbieter ODEG auf der Linie RB64 Görlitz-Hoyerswerda zwei zusätzliche Züge ein und bietet künftig in der Hauptpendlerzeit morgens und nachmittags einen Stundentakt an.

Bisher gehören schon Leipzig und Halle sowie die umliegenden Landkreise Leipzig, Nordsachsen, Saalekreis, Burgenlandkreis und Altenburger Land zum Mitteldeutschen Verkehrsverbund (MDV). Jetzt wächst der MDV auf sachsen-anhaltischer Seite und deckt auch die Kreise Wittenberg und Anhalt-Bitterfeld ab. Für Fahrgäste hat das den Vorteil, dass sie im gesamten Gebiet künftig nach einem einheitlichen Tarif und mit einem einzigen Fahrschein reisen können – mit Einschränkung: Während der MDV-Tarif im bisherigen Netz auch den Stadtverkehr per Tram und Bus einschließt – etwa in Leipzig und Halle – gilt er in den Kreisen Wittenberg und Dessau-Roßlau zunächst nur für S-Bahn und Regionalzüge. In den Städten selbst müssen Extratickets gelöst werden. Langfristig soll das geändert werden, dafür müssen die Landkreise gewonnen werden.

Auf zahlreichen Streckenabschnitten und Bahnhöfen wird derzeit gebaut. Das größte Ärgernis für Pendler in Sachsen-Anhalt bleibt auch nach dem Fahrplanwechsel die Baustelle Köthen. Der Bahnhof liegt an der wichtigen Pendlerstrecke Magdeburg-Halle. Die Intercity der Verbindung Köln-Hannover-Leipzig fahren stattdessen über Dessau und Bitterfeld. Halle ist über den IC nur alle zwei Stunden an Magdeburg angebunden. In der versetzten Stunde wird das Pendeln beschwerlicher: Fahrgäste müssen Regionalzüge nehmen und in Bitterfeld umsteigen. Die Bauarbeiten in Köthen wurden verlängert. Ab April sollen die Intercity wieder stündlich zwischen Halle, Köthen und Magdeburg rollen. Ab nächsten Oktober sind auch auf der Strecke des Saxonia-Express Leipzig-Dresden Behinderungen wegen Bauarbeiten angekündigt: Züge müssen tagsüber umgeleitet werden, zwischen Riesa und Großenhain besteht dann Ersatzverkehr.

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Dieser Artikel erschien zuerst bei: volksstimme

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