Gewalt ufert aus: In Frankfurter Notaufnahmen herrscht Ausnahmezustand

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Der Magistrat (die Regierung) der Stadt Frankfurt am Main hat eine Umfrage in Auftrag gegeben, deren Ergebnisse schockierend sind: In Frankfurter Notaufnahmen herrscht Ausnahmezustand! Die FRANKFURTER NEUE PRESSE hat darüber ausführlich berichtet. Das Wichtigste in Kürze …

Sie suchen Hilfe – doch oft werden sie laut und ausfällig, manchmal gar gewalttätig: Patienten in der Notaufnahme. So berichtet der Geschäftsführer des Bürgerhospitals Wolfgang Heyl: „Sind die Attacken von Gewalt begleitet, wird die Polizei umgehend hinzugerufen und ebenfalls ein Hausverbot ausgesprochen. Dies kommt derzeit etwa alle drei bis vier Wochen vor, in den Jahren zuvor war dies im Schnitt alle drei Monate der Fall.“ Exakte Zahlen hat er jedoch nicht ermittelt.

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544 Übergriffe in einem Jahr – nur in der Uni-Klinik

Anders die Uni-Klinik. Das größte Krankenhaus Frankfurts hat binnen zwölf Monaten 544 Übergriffe von Patienten verzeichnet. Davon waren 101 körperliche Angriffe abzuwehren, 96 Patienten beschimpften das Personal. Die größte Gruppe, 347 Patienten, übte verbale Gewalt aus und war auch ansonsten aggressiv, nicht jedoch gewalttätig.

Frankfurt: Gewalt durch Patienten wegen Alkohol und besorgten Eltern im Krankenhaus

Wer sind die Leute, die auffällig werden? Der Magistrat stellte allen Krankenhäusern in Frankfurt die gleichen Fragen, darunter die, wie viele Angriffe einen sexualisierten Hintergrund hatten beziehungsweise frauenfeindlich waren, wie viele ausländerfeindlich oder rassistisch waren. Keines der Häuser hat diese Charakteristika erfasst – vielleicht, weil nachts in der Notaufnahme ganz andere Dinge zu beobachten sind. 

Einschub 1984: Na, das ist ja wieder einmal typisch! Es kann nicht sein, was nicht sein darf. Sonst würde die Herkunft der Gewalttäter benannt, nicht über Ausländerfeindlichkeit und Rassismus fabuliert werden. Wobei, Moment, lesen wir doch mal weiter …

Deutlich wird wiederum Wolfgang Heyl, der sich nicht an die Fragen des Magistrats hielt, sondern seine Beobachtungen frei äußert. … „Das (bekannte) Problem besteht oft zudem darin, den die Notaufnahme aufsuchenden Patienten zu vermitteln, dass nur wirkliche Notfälle behandelt werden dürfen und keine Bagatellerkrankungen. Hier ergibt sich ein großes Konfliktpotenzial. Erstaunlich für mich, dass Patienten mit einem offensichtlichen Migrationshintergrund sich besonders aggressiv und mit nicht wiederholbaren Schimpfworten ihren Landsleuten gegenüber zeigen.“ 

Heyl berichtet von Patientengruppen, die sich nicht immer „an geregelte Abläufe“ hielten und bisweilen in großen Familienclans auftreten – mit Folgen auch für andere Patienten, die sich durch Lautstärke und schlechtes Benehmen gestört fühlten.

Keine weiteren Fragen, Euer Ehren.

Kampfkurse (!) & Panikknopf

Die Gegenmaßnahmen in den Krankenhäusern gehen bis hin zum „Panikknopf“ in den Notaufnahmen der Uniklinik. Im Bürgerhospital können die Hauptnachtwachen in den betroffenen Stationen und den Notaufnahmen aushelfen. „Das Team der Technischen Abteilung ist tagsüber umgehend erreichbar und lässt kräftige Männer herbeieilen“, schildert Heyl. 

Das Sicherheitsgefühl am Arbeitsplatz jedoch sei in den Notaufnahmen „nicht mehr gegeben.“ Die Agaplesion Frankfurter Diakoniekliniken schulen in „Kommunikation“, „Deeskalation“ und sogar „Selbstverteidigung“.

Im Klinikum Höchst ist der Sicherheitsdienst besser erreichbar als früher und es wurde ein Notrufsystem installiert. Dieses wurde Anfang März 2019 in Betrieb genommen. Zudem wurden die Mitarbeiter „durch bauliche Maßnahmen besser gegen körperliche- und Spuckattacken geschützt“. Die Uniklinik erstattete schon Strafanzeigen, die mangels öffentlichen Interesses aber nicht weiterverfolgt wurden.

Was soll man dazu noch sagen? Also mir fällt nichts mehr ein.

Der Artikel erschien zuerst bei:: 1984 – Das Magazin



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